Positiver Stress – Die Art von Stress, die wir lieben

Was haben ein erstes Date, Bungee-Jumping und auf einem Pferd zu galoppieren gemeinsam? Die Antwort ist „positiver Stress“. Stress hat grundsätzlich einen schlechten Ruf, obwohl es auch guten Stress gibt, der sich tatsächlich positiv auf unsere Gesundheit auswirkt. In diesem Artikel erklärt CARE, was positiver Stress, auch Eustress genannt, ist und wie du von ihm profitieren kannst. Wir geben Beispiele für positiven Stress und zeigen dir, wie du mehr positive Stressoren in dein Leben einbauen kannst.

Blog Author Elena Health Coach at CARE
Elena Iagovitina

Health Coach

Published in Mentale Gesundheit
6 min Lesezeit · Jan 20, 2024

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Inhaltsverzeichnis

Was ist positiver Stress (Eustress)?

Bevor wir uns mit positivem Stress beschäftigen, möchten wir kurz darauf eingehen, was Stress im Allgemeinen ist. Stress ist eine natürliche und adaptive Reaktion unseres Körpers, die evolutionär auf unsere primitiven Vorfahren zurückgeht. [1]

Wenn du mit einer Bedrohung konfrontiert wirst, versetzt dein Körper dich in die sogenannte „Kampf- oder Flucht“-Reaktion, die durch die Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin gesteuert wird. Diese Hormone bereiten deinen Körper und dein Gehirn darauf vor, sich der vermeintlichen Gefahr zu stellen oder ihr zu entkommen. Dies geschieht, indem deine Herzfrequenz erhöht, dein Fokus geschärft, deine Atmung beschleunigt und deine Energie auf überlebenswichtige Funktionen umgeleitet wird. [1]

Auch wenn deine Chancen, von einem Säbelzahntiger gefressen zu werden, heutzutage gegen null gehen, wirst du immer noch tagtäglich mit Herausforderungen und anderen Hindernissen konfrontiert, die Stress und, je nach Intensität, diese Stressreaktion auslösen.

Während Stress oft negativ assoziiert wird, gibt es aber einen weniger bekannten Teil von Stress – den positiven Stress oder Eustress. Eustress ist gewissermassen das Yang zu deinem Ying, dem negativen Stress oder Disstress. Der Begriff „Eustress" leitet sich übrigens von der griechischen Vorsilbe „eu" ab, die „gut“ oder „wohl“ bedeutet.

Biologisch gesehen löst positiver Stress zunächst die gleichen physiologischen Reaktionen in deinem Körper aus, allerdings auf eine besser kontrollierbare Weise. [2]

Aber warum und wie ist positiver Stress gut für dich, obwohl Stress im Allgemeinen sogar deiner Gesundheit schaden kann?

Warum ist positiver Stress gut für dich?

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Die Auswirkungen von Stress, wenn er durch einen positiven Stressor verursacht wird, wirken sich sowohl auf deine geistige als auch auf deine körperliche Gesundheit aus.

Anders als sein berüchtigter “Bruder” ist Eustress eine konstruktive biologische Komponente, die uns zu Wachstum, Lernen und Leistung anspornt.

Die American Psychological Association erklärt sogar, dass positiver Stress deine Leistung verbessern kann, indem er die Ausschüttung von Neurotransmittern wie Dopamin und Noradrenalin im Gehirn aktiviert und somit deine Konzentration, Motivation und kognitiven Funktionen steigert und somit deine Performance verbessert. [1]

Positiver Stress oder Eustress kann übrigens auch dein Immunsystem stärken, indem er die Ausschüttung von immunstärkenden Faktoren wie Interleukinen und natürlichen Killerzellen als Reaktion auf kurzfristige Stressfaktoren fördert. Dadurch werden die Abwehrmechanismen deines Körpers gestärkt. [3]

Zudem regt Eustress die Ausschüttung von Dopamin im Gehirn an, das als Belohnungsneurotransmitter wirkt und zu Glücksgefühlen, Motivation und verbesserten kognitiven Funktionen beiträgt. [4]

Was sind Beispiele für positiven Stress?

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Es gibt zahlreiche Beispiele für positiven Stress, der für dich von Vorteil sein kann. CARE hat einige Beispiele für Eustress zusammengefasst, um dir eine Vorstellung von Situationen und Umständen zu geben, die zwar stressig sind, aber meistens zu positivem Stress statt zu negativem Stress führen.

  • Auf ein erstes Date gehen
  • Eine neue Fähigkeit erlernen
  • Deine Komfortzone verlassen, um zu wachsen
  • Einen geliebten Menschen nach langer Zeit wiedersehen
  • Gewichte heben oder Sport treiben
  • Ein neues Projekt beginnen (auf der Arbeit oder beim Heimwerken zu Hause)
  • Einen neuen Job starten
  • Anderen helfen
  • Deine To-do-Liste für den Tag frühzeitig abarbeiten
  • Reisen
  • Ein neues Lebenskapitel beginnen

Positiver vs. negativer Stress

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Die Unterscheidung zwischen positivem und negativem Stress liegt primär in der Wahrnehmung des Stressors sowie in der Dauer und Intensität des stressigen Ereignisses. Kurz gesagt: Positiver Stress ist eher kurz anhaltend und führt zu einigen der gleichen Auswirkungen auf deinen Körper wie negativer Stress, aber der Stressor wird nicht als etwas Schlechtes oder eine Bedrohung wahrgenommen. [1] [5]

Negativer Stress – Streiten & Überforderung

Negativer Stress entsteht, wenn die an dich gestellten Anforderungen deine Fähigkeit übersteigen, sie zu bewältigen. Disstress ist in der Regel lang anhaltender als positiver Stress. Du erinnerst dich bestimmt an eine Situation, in der du gestresst warst und der Stress und die Wut dich den ganzen Tag über verfolgt haben, oder? Dennoch kann Stress sowohl lang- als auch kurzfristig auftreten.

Negativer Stress führt zu einem erhöhten und anhaltenden Spiegel von Stresshormonen, insbesondere von Cortisol. Dies kann sich negativ auf verschiedene Körperfunktionen auswirken. Eine beeinträchtigte Immunfunktion, ein gestörter Schlafrhythmus und sogar mögliche Stoffwechselstörungen sind Beispiele dafür, wie negativer Stress deine Gesundheit kompromittieren kann. [1] [5]

Negative Stresssituationen können sich demnach negativ auf deine Gesundheit auswirken und sogar zu chronischem Stress führen, der sowohl das körperliche als auch das geistige Wohlbefinden beeinträchtigt. Häufig auftretender Stress oder intensive Stressereignisse können sogar die Anfälligkeit für Herzkrankheiten und Bluthochdruck erhöhen. [1]

Positiver Stress – Aufregung, Motivation und Chancen

Positiver Stress hingegen ist gekennzeichnet durch ein Gefühl der Aufregung, Motivation und eine Chance zur persönlichen Weiterentwicklung. Der Schlüssel liegt in deiner Wahrnehmung und der Überzeugung, dass der Stressor grundsätzlich positiver Natur ist. Ein positiver Stressor ist etwa eine Herausforderung, die es zu bewältigen gilt, oder etwas, dass du wirklich tun möchtest, und es nicht als eine Bedrohung oder etwas Schlechtes wahrnimmst. [5]

Bei Eustress handelt es sich in der Regel um kurzfristige, überschaubare Stressschübe. Die hormonelle Reaktion ist kontrollierter, wobei der Cortisolspiegel vorübergehend ansteigt, aber relativ schnell wieder auf den Ausgangswert zurückgeht. Diese kontrollierte Freisetzung kann zu erhöhter Konzentration, Motivation und einer verbesserten Immunfunktion beitragen, ohne die schädlichen Langzeiteffekte von negativem Stress. [5]

Was kannst du tun, um positiven Stress zu fördern?

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Wenn du dir positiven Stress zu eigen machen willst, musst du eine Einstellung kultivieren, die Herausforderungen als Chancen für Wachstum betrachtet. Aktivitäten, die mit deinen persönlichen Zielen und Werten übereinstimmen, können Stress in eine positive Kraft umwandeln und es dir leichter machen, deine Komfortzone zu verlassen.

Regelmässige Bewegung, das Setzen von Zielen und das Streben nach persönlicher Weiterentwicklung können dir Freude und Erfüllung bringen und zu Eustress-Erfahrungen beitragen.

Wir von CARE haben dir einige unserer Lieblingsbeispiele für Eustress zusammengefasst:

Geh auf ein Abenteuer!

Wann hast du das letzte Mal versucht, ein Abenteuer zu erleben? Wenn deine Antwort „in meiner Kindheit“ lautet, dann solltest du das ändern. Abenteuer müssen nicht unbedingt extrem oder gefährlich sein. Herausforderungen wie Klettern oder Geocaching sind tolle Beispiele für “Abenteuer für Erwachsene”. Der Nervenkitzel und die Aufregung von Abenteuern lösen positiven Stress aus.

Entkomme einem Escape-Room

Nimm dir eine Gruppe von Freunden für ein Escape-Room-Abenteuer. Das Lösen von Rätseln gegen die Uhr schafft eine gemeinschaftliche und aufregende Umgebung, in der du ganz einfach positiven Stress erleben kannst.

Freiwilligenarbeit in ungewohnten Umgebungen

Nichts macht uns so glücklich und erfüllt, wie anderen Menschen zu helfen. Engagiere dich in der Freiwilligenarbeit – vielleicht sogar in einem fremden Land. Wenn du dich neuen Herausforderungen stellst und gleichzeitig einen Beitrag zu einer grösseren Sache leistest, löst das den positiven Stress aus, der deinen Horizont erweitert und dir neue Perspektiven eröffnet.

Taten der Freundlichkeit

Tu etwas Gutes und versuche, jemandem den Tag zu versüssen – vielleicht sogar ganz anonym. Bezahle die Rechnung eines fremden Tisches im Restaurant oder biete deiner älteren Nachbarin an, den Einkauf zu erledigen. Der positive Stress, der entsteht, wenn du Freude verbreitest und etwas Positives bewirkst, kann sowohl ermutigend als auch erfüllend sein.

Wir bei CARE freuen uns sehr, wenn wir dir helfen können, deine persönlichen Gesundheitsziele zu erreichen. Als Member bei CARE profitierst du von regelmässigen Health Check-ups und gründlichen Blutanalysen, die es dir ermöglichen, deine Gesundheit und dein Wohlbefinden selbst in die Hand zu nehmen. Denn: deine Gesundheit sollte keine Variable in deinem Leben sein.

Unsere Gesundheitsexperten besprechen die Ergebnisse deiner Bluttests und deiner Gesundheitsanalysen ausführlich mit dir, um dir dabei zu helfen, die gesündeste und vitalste Version deiner Selbst zu werden.

List of References

Blog Author Elena Health Coach at CARE

Elena Iagovitina

Health Coach bei CARE Zürich

Über die Autorin

Elena ist enthusiastische Health Coach und Blogautorin bei CARE, mit einer Leidenschaft für ganzheitliche Medizin und Gesundheit. Zuvor arbeitete Elena fast fünf Jahre lang als Coach im Rahmen von Retreats, Workshops und Seminaren. Dazu gehörten Geist-Körper-Therapie: Atemarbeit, Meditation und Massage; sowie Energiekrafttherapie: Reiki und Qi Gong; und als Drittes Ausdruckstherapie: Bewegung, Schreiben und Selbsthilfegruppen. In ihrem Blog veröffentlicht Elena spannende Artikel über die Schnittstellen zwischen alternativer, traditioneller und der westlichen Medizin. Elena ist auch die treibende Kraft hinter der CARE-Community. In ihrer Freizeit geht sie gerne wandern, reist an entlegene Orte und tanzt. Vielleicht sieht man sie auch als Küstenwache auf dem Zürichsee. Begleite sie auf ihrer Reise, um mehr über Gesundheit zu erfahren und die Welt der Präventivmedizin zu entdecken! Besuche alle Artikel von Elena!